1. Informationstafel:

Die allgemein zugänglichen und bekannten Unterlagen zur Bergbaugeschichte im Wattenscheider Süden haben trotz ihres Umfanges noch Lücken. Deshalb mussten auch bisher noch nicht ausgewertete Archive herangezogen werden, was bekanntlich mit großem Aufwand und zahlreichen Schwierigkeiten verbunden ist. Die intensiven Bemühungen ermöglichte es jedoch, den bei der Gründung des Arbeitskreises gefassten Entschluss verwirklichen zu können.

Wer jedoch erwartet, beim Gang über den Bergbauwanderweg Industrie-Denkmale vorzufinden, der wird leider enttäuscht. Von den Baulichkeiten des früheren Bergbaus ist bedauerlicherweise nur noch sehr wenig vorhanden. Der Aufwand für die Restaurierung der Überbleibsel und die Beseitigung der dabei auftretenden Schwierigkeiten wären außerdem nicht vertretbar. Umso wichtiger ist es aber, die Stellen aufzuzeigen, wo sich einst Stollen, Schächte und Tagesanlagen befunden Das geschieht durch Informationstafeln, deren Texte, Abbildungen und grafischen Darstellungen die örtlichen Verhältnisse sowie die Entwicklungsstufen des Kohleabbaus aufzeigen. Dadurch wird die Erinnerung an die Bergbaugeschichte wachgehalten und der aufmerksame Betrachter gewinnt so einen kleinen Einblick, wie es – nach dem Kohleabgraben an der Oberfläche – mit dem ersten kleinen Stollen „Storksbank“ angefangen und sich dann über kleine und schon größere Schächte bis zur großen Schachtanlage „Engelsburg“ weiterentwickelt hat.

Deutlich zeigt sich das auch, wenn man die immer tiefer reichenden Fördersohlen betrachtet. Erst waren es nur 25 m, dann 56 m; nach 156 m,240 m und 432 m erreichte man schließlich eine Teufe von 884 m. Diese durchgreifende Entwicklung ist durch die in der Mitte des 19.Jahrhunderts einsetzende umfangreiche Industrialisierung des Ruhrreviers notwendig geworden. Sie brachte einen ständig steigenden Kohlebedarf mit sich, was wiederum größere, modernere und leistungsfähigere Schachtanlagen erforderlich machte.

Es ist ein glücklicher Zufall, dass dieser mehr als 200 Jahre reichende Entwicklungsgang trotz des nur sehr kleinen Raumes in Höntrop und Eppendorf in seinem vollen Umfang demonstriert werden kann. Außerdem erlaubte es die günstige Lage der alten Zechenbauwerke, dass die Wegstrecke in Form eines Rundweges angelegt werden konnte und zudem durch ein landwirtschaftlich reizvolles Gebiet führt – also auch der Freizeitgestaltung dienlich sein kann. Der knapp 5 km lange Bergbauwanderweg umfasst 14 Informationstafeln. An dem günstig gelegenen Beginn, dem Parkplatz an der Realschule Höntrop, steht eine Übersichtstafel, die den ersten Eindruck vom gesamten erschlossenen Landschafts- Komplex gibt.



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