14: VILLA BAARE

Die hinter dieser Mauer befindliche, bis 1974 werkseigene Villa, wurde 1888 erbaut und diente den Generaldirektoren des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation AG, Louis und Fritz Baare, als Sommersitz.

Louis Baare, Generaldirektor von 1855 bis 1895, erwarb 1868 die Zeche Vereinigte Maria Anna und Steinbank als erste eigene Zeche, um die Kohleund Koksversorgung des Werkes sicherzustellen - eine damals lebenswichtige Aufgabe. 1889/90 wurden die Zechen Engelsburg und Hasenwinkel erworben. Unter Louis Baares Leitung stiegen die Belegschaftszahlen von Werk und Zechen von 200 auf rund 7 700 Arbeiter, von denen 3 000 auf den Kohlezechen arbeiteten. Die Gußstahlfabrik galt als das zweitgrößte Stahlwerk Deutschlands und war weltweit bekannt. Louis Baare machte sich auch als Wirtschafts- und Sozialpolitiker verdient. So war er 25 Jahre lang Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Bochum und legte 1880 dem Reichskanzler Fürst Bismarck einen vielbeachteten Entwurf für die industrielle Unfallversicherung - die heutigen Berufsgenossenschaften - vor.

Unter Fritz Baares Leitung (1895 bis 1917) wurde im Jahre 1900 die Zeche Carolinenglück erworben und später in Börnig (heute Herne) „auf der grünen Wiese“ die Zeche Teutoburgia errichtet. Die Gesamtbelegschaft wuchs auf rd. 16 700 Mann, davon 4 800 auf den Kohlezechen.



















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