2: Vereinigte Maria Anna und Steinbank
SCHACHT 4    1871 - 1904



Erläuterung zum Bild der Schachtanlage: Das Fördergerüst des Schachtes 4 war ein auf Mauerwerk aufgesetzter Pyramidenbock aus Stahl, der gegen Witterungseinflüsse verkleidet war. Es handelt sich um eine etwa von 1865 bis 1890 angewendete Übergangsform zwischen Malakoffturm und Strebengerüst.

350 m westlich von hier befand sich im Bereich der heutigen Emilstraße der Schacht 4, die letzte Schachtanlage der Zeche Maria Anna und Steinbank. Mit dem Abteufen des Schachtes wurde 1871 begonnen. 1872 erfolgte der Durchschlag, d.h. die untertägige Verbindung mit dem 630 m entfernten am Ende des heutigen Reiterweges befindlichen Schacht 3. Diese Zeche war durch die Vereinigung mehrerer Gewerkschaften entstanden, als um 1845 der Horster Erbstollen eine gemeinsame Wasserlösung und teilweise auch Förderung zur Ruhr hin ermöglichte. Es bestanden zunächst nur zwei einfache Schächte im Flöz. Der leistungsfähigere Schacht 3 kam erst 1874 voll in Förderung.

Der neue Schacht 4 war vor allem deswegen erforderlich geworden, weil ohne ihn der rasch wachsende Bedarf des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation an Kohle und Koks nicht mehr gedeckt werden konnte. Die Schachtanlage erhielt alle für den selbständigen Betrieb erforderlichen Einrichtungen einschließlich eigener Koksöfen und hatte gemeinsam mit Schacht 3 eine eigene Werksbahn- Verbindung zum Bochumer Verein, an die später auch die Zeche Hasenwinkel mit einer Seilbahn angeschlossen wurde.

Die Zeche zählte 1885 mit einer Belegschaft von 1125 Mann und einer Jahresförderung von 304 000 Tonnen zu den größeren Schachtanlagen. Um die Jahrhundertwende gingen die nach den damaligen Vorstellungen „besseren“ Vorräte der Zeche zur Neige, die Wasserzuflüsse nahmen zu, die Wirtschaftlichkeit ging zurück; dies hatte eine weitere Erhöhung der bereits jahrelang gezahlten Zubußen (Zuzahlungen) zur Folge. Da die Versorgung des Bochumer Vereins mit Kohle und Koks inzwischen durch seine anderen Zechen gesichert war, wurde Maria Anna und Steinbank mit ihren Absatzrechten an eine andere Bergwerksgesellschaft verkauft und 1904 von dieser stillgelegt.

Schachtteufe: tiefste Fördersohle = 432 m
Schachtquerschnitt: 4,5 x 6,3 m
Schachtausbau: 30 m Mauerung, darunter Holzausbau
Tagesanlagen an Schacht 4



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